Juliane Sophie Kayser
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LITERARISCHES ABSTECKEN

Juliane Kayser: Malchen und die vergessene Zeit

Von Miriam Schneider 

Das Genre Zeitreise-Roman hat schon viele Schriftsteller angezogen; es birgt so unendlich große Möglichkeiten, sich von Zwängen zu befreien und ganz in intelligente Gedankenspiele zu verfallen. Auch in der Kinderliteratur sind die Versuche Legion, und einige Bücher von ihnen sind gelungen. Zu diesen lesenswerten Werken gehört das Buch der Kinderbuchautorin Juliane Kayser. Es führt die achtjährige Hannah zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts, hin zu einer Freundin, wie sie eine bessere in der Gegenwart nicht finden kann. Und doch vergisst Hannah ihr eigentliches Leben nicht, wie auch?

Die Leser sind ihr nie einen Schritt voraus, man fühlt mit ihr, obwohl nicht – wie so oft im Kinderbuch – mit dem Holzhammer auf Identifikation gesetzt wird. Die Autorin zeigt sprachliches Feingefühl, und so ist „Malchen und die vergessene Zeit“ auch ein – wie so selten im Kinderbuch – literarisches Abstecken des Terrains des Zeitreise-Sujets. Die historischen Hintergründe (Schauplatz: Heidelberger Schloss) werden nicht ignoriert oder verdreht; hier kann der Leser sich beruhigt vor Fantasy geschützt wissen. Glücklich fügen sich zu der Erzählung die Illustrationen von Bernhard Oberdieck, der einige Erfahrung mitbringt und dieses Debut gestalterisch weder zu Massenware noch zu einem ungekonnten Außenseiter werden lässt.